von Jasper, Florian, Vera, Ferdinand, Jenny
„Hier sind wir am Ausgangspunkt des Erlebnispfads im Groß-Umstädter Wald“, sagt Förster Willi Schäfer am Parkplatz in der Nähe des Farmer Hauses. Er begleitet an diesem Tag die Schülergruppe aus Saint Péray mit ihren Gastgebern. Der „Erlebnispfad“ wurde 2006 vom Odenwaldklub Groß-Umstadt begonnen. Immer wieder kommen neue Stationen hinzu, wie in diesem Jahr die Seilhängebrücke über die Hohl der Wächtersbach. Auf der Strecke zum Rödelshäuschen gibt es vieles zu entdecken und auszuprobieren. „Balanciert man über die Baumstämme, steigert man zugleich seinen IQ um 30%“, erklärt der Förster. An der Station „Klangorgel“ informiert er über verschiedene Baumarten und den unterschiedlichen Klang der Hölzer. Jeder, der Lust hatte, konnte dies selbst ausprobieren und „Orgel spielen“. Eine für die Natur wertvolle Stütze sind die künstlich angelegten Bruthilfen, die „Bienenhotel“ genannt werden. Höhepunkt auf dem Weg zum Rödelshäuschen ist die Hängeseilbrücke, die kurz vor ihrer offiziellen Eröffnung für die Schüler geöffnet wurde. Aber auch die Lehrkräfte wollten nicht nur zuschauen. Sie gingen mutig voran und genossen länger als alle anderen die Aussicht auf die Landschaft mit dem Otzberg im Mittelpunkt. Im Gegensatz zu den Vulkanen Islands ist er erloschen und kann keine Vulkanasche erzeugen. Der letzte Abschnitt des Wanderwegs führte direkt zum Rödelshäuschen. An einer Info-Tafel erklärte Förster Willi Schäfer die Größe seines Forstreviers und die Aufgaben, die er im Alltag zu bewältigen hat, angefangen von der Pflanzung von Bäumen, über die Rodung und Vermarktungen des Holzes bis hin zum Klimaschutz. Er erinnerte auch an den Namensgeber des Rödelshäuschens, den Förster Rödel, der vor knapp 200 Jahren in Babenhausen geboren wurde. Als Revierförster ließ er während seiner Amtszeit einen Pflanzgarten samt Hütte errichten. Die von ihm angelegten Kulturen prägen heute das sog. Waldbild im Umfeld der Hütte. Nachdem Schäfer seine Ausführungen beendet hatte, rannten die ersten Schüler schnell auf die Bänke an der alten Hütte los, um sie in Beschlag zu nehmen. Aber wo war Förster Willi Schäfer? Er war plötzlich verschwunden. Doch bald erschallte sein Ruf „Mittagspause“. In der Zwischenzeit hatte er Türen und Fenster des Naturtreff-Rödelshäuschen geöffnet. Nach der Rast gab es zwei Arbeitsphasen. Im Schichtbetrieb wurden Außen- und Innenarbeiten verrichtet. So wurde das Rödelshäuschen von einem Teil der Gruppe als Schreibstube genutzt. Der andere Teil konnte praktische Arbeiten auf dem Gelände des Anwesens ausführen, z.B. einen Lesesteinhaufen errichten als Refugium für Echsen, Käfer, Ameisen und Wildbienen. Sie können hier Unterschlupf finden. Eine andere Gruppe befasste sich mit dem Säen von Nüssen. Dazu musste der Boden im großen Pflanzbeet gelockert und entsprechend vorbereitet werden. Eine weitere Gruppe kümmerte sich um eine Baumpflanzung. Hierzu hatte der Förster den Baum des Jahres 2010 ausgewählt, die Wildkirsche. Eine andere Gruppe wiederum hatte die Aufgabe, das herumliegende Totholz zu verbrennen, um das Areal zur weiteren Gestaltung vorzubereiten. Bei allen Aktivitäten fiel auf, dass die Gäste der Partnerschule aus Saint Péray mit besonders großem Eifer bei der Sache waren und richtig ins Schwitzen kamen. Ein kurzer Spaziergang durch den Mischwald aus Buchen, Eichen und Fichten rundete den „Waldtag“ ab. Bei allen Aktivitäten war Flora, die folgsame Jagdhündin von Förster Schäfer, dabei und genoss die Gesellschaft ihrer zahlreichen „Liebhaber“.